Kurzes Flyout ab Lommis LSZT nach Deutschland 🇩🇪 und Österreich 🇦🇹

Aktualisiert: Okt 3

Geplant war ein längeres Fly Away in Richtung Spanien und/oder Frankreich je nach Wetterentwicklung. Ein Abstecher nach England kam für uns wegen der aktuellen COVID-19 Situation und den damit verbundenen Auflagen leider nicht in Frage.

Am geplanten Reisetag vor zwei Wochen bot sich uns eine Wetterlage, welche ĂĽberhaupt nicht so prickelnd war. Eine Front war noch aktiv in der Gegend und schob sich nur langsam gegen Osten. Eine weitere Schlechtwetterfront wird in zwei Tagen an der AtlantikkĂĽste erwartet. Da war guter Rat teuer und so entschieden wir uns erstmal hinter die erste Front zu fliegen in Richtung Norden.

Nach dem verstauen des Gepäcks und dem betanken der Robin DR40 / HB-KLA waren wir schnell startklar. Den Start hatten wir vorsorglich auf 1330 verschoben, da ein wegkommen bei den schlechten Bedingungen am Morgen nicht möglich war. Der Sportcruiser HB-WYC war bereits in Konstanz EDTZ und ausser Lande und konnte sich somit den Zoll ersparen.

Pünktlich schoben wir den Gashebel in Lommis LSZT nach vorne und mussten gleich nach dem Start in etwas Höhe erkennen, dass unser geplanter Weg nördlich an Zürich vorbei in Richtung Basel zum scheitern verurteilt war. Tiefe Regenwolken und Gewitter standen uns im Weg und wir hatten keine Lust in die Waschmaschine reinzufliegen.

Also flogen wir weiter nach Westen in Richtung Dübendorf und Zürich zum Ausweichen. Kurz nach dem Zürichsee dann ein wunderschönes grosses blaues Loch im Himmel welches uns die Option „on top“ eröffnete. Ursprünglich war eigentlich unsere Idee tief dem Rhein folgend nach Mannheim EDFM zu fliegen. Also nochmals schnell die Wetter Apps kontrolliert und unsere Entscheidung fiel auf den sicheren Weg oben drüber.

Schnell die Freigabe eingeholt zum hochsteigen auf 8000ft und schon waren wir bei schönstem Sonnenschein auf direktem Weg nach Mannheim unterwegs. Zürich war so nett und erlaubte uns dies prompt und so mussten wir uns nicht unten durch das schlechte Wetter quälen.

Unser erster Flug ging nach rund 1.5 Stunden langsam dem Ende entgegen. Noch schnell kurz an der Rennstrecke Hockenheim vorbeigeschaut und so ging es unter die Wolkendecke zur Landung in Mannheim.

Die Landetaxen waren schnell beglichen und so genehmigten wir uns noch einen Kaffee im Bistro. Nach der kurzen Pause ging es weiter in Richung MĂĽnster Telgte EDLT wo wir unsere Kollegen der HB-WYC treffen wollten.

Nach dem erneuten Start zum zweiten Flug des Tages weiter in Richtung Norden wurden wir wieder mit tiefen Wolken konfrontiert. Also ging es nochmals hoch on top und so hatten wir nördlich nur noch Frankfurt im Wege und wir wollten erneut nachfragen zum Crossing. Doch diesmal kam ein Nein auf Grund eines Defektes des Radars oder wie auch immer. Na gut - etwas ausweichen und nach dem erneuten Nachfragen etwas weiter westlich bekamen wir doch noch die Erlaubnis.


Schnurstracks ging es nun nach MĂĽnster Telgte wo wir nach weiteren eineinhalb Stunden wohlbehalten ankamen. Nach dem auftanken noch festgebunden an den Reifen zur Sicherheit und schon kurz darauf ging es mit dem Taxi in Richtung Stadtzentrum.

Ein kurzweiliger Abend mit Spaziergang durch die Altstadt und einem feinen Abendessen in einem traditionellen Restaurant rundeten den ersten Tag ab. Morgen geht es weiter wohin das Wetter es zulässt. Einfach sollte es uns nicht gemacht werden.



Wir studierten noch am ersten Abend wohin es am nächsten Tag gehen könnte. Wir entschlossen uns, statt in die Benelux Länder, in Richtung Polen weiterzufliegen. Die langfristige Wetterentwicklung und Unsicherheit zum Wochenende hin bewog uns dazu. Nach dem Frühstück bestellten wir uns ein Taxi zurück zum Flugplatz. Schlechte Sicht und etwas Nebel sowie tiefe Wolken versperrten uns den Abflug und so warteten wir im lokalen Klubhaus.

Kurz zuvor landete eine Maschine aus Frankreich kommend... wir entschieden uns trotzdem zum abwarten bis sich alles etwas mehr lockert.

Schon bald lichteten sich die Wolken und ein Fenster wurde frei zum Abflug in Richtung Osten.

Nach dem Start hatten wir es mit mehreren Wolkenschichten zu tun, welche sich breit machten. Bereits nach kurzer Zeit entschieden wir uns erneut hoch in die Sonne zu fliegen. Also ab nach oben und bei perfekten Bedingungen mit ĂĽber 20kt RĂĽckenwind ging es zĂĽgig nach Osten. Vorbei an Bielefeld, Braunschweig und Magdeburg kamen wir so bei unserem ersten Zwischenziel Bienenfarm EDOI nach etwas ĂĽber 1.5 Stunden an. Kurz vor dem Ziel suchten wir uns ein Schlupfloch nach unten und so verlief auch der dritte Flug unserer Reise problemlos.

Wir wurden vom FDL herzlichst empfangen und nach der Landung stellten wir unsere HB-KLA vor dem Restaurant ab. Nach kurzem Gespräch und der Empfehlung zum Besuch des Hangars vollgestopft mit vielen flugfähigen Oldtimern (Quax Verein) machten wir uns auf zur Entdeckungsreise. Was es da nicht alles zum anschauen gab.

Nach der Besichtigung hatten wir so langsam Hunger und gönnten uns ein exzellentes Mittagessen auf Platz. Wir stellten unseren ursprünglichen Plan um nach Wroclaw EPWR zu fliegen. Das Wetter am nächsten Morgen versprach leider sehr viel Nebel und Wolken. An ein wegkommen war da nicht mehr zu denken und wir wären am Boden gefesselt sicher wieder bis weit nach dem Mittag. So änderten wir unsere Route bereits jetzt ab und flogen ab sofort nun nach Süden.

Nach dem Start zum zweiten Flug heute, konnten wir es uns aber nicht entgehen lassen, den neuen Flughafen Berlin EDDB zu ĂĽberfliegen. Was fĂĽr eine Installation und nun nach den Jahren der Wartezeit endlich in Betrieb.

Schnurstracks fĂĽhrte uns der neue Weg nach SĂĽden. Etwas Regen half unsere Robin im Flug zu waschen.

Schon bald war Bayreuth EDQD in Sicht, wo wir unsere nächste Nacht verbringen wollten. Die HB-WYC machte kurz vor Polen noch einen Zwischenstopp und folgte uns dann ebenso in den Süden.

Wir machten uns nach dem auftanken und begleichen der Gebühren auf dem Weg in die Stadt. Mit etwas Verzögerung traf der Sportcruiser auch ein und so machten wir uns gemeinsam auf um die Stadt zu entdecken. Mit einem feinen Abendessen inmitten der Altstadt ging auch dieser Abend zu Ende. Morgen wollten wir noch einen kurzen Abstecher nach Österreich runter machen um dann vor der nächsten Front wieder rechtzeitig in Lommis LSZT anzukommen.



Nach dem Frühstück in der nahen Bäckerei neben dem Hotel, bereiteten wir uns auf den heutigen Flug vor. Wie am Vorabend besprochen, sollte uns unser erster Flug nach St. Johann im Tirol LOIJ führen. Da gibt es ein schickes Restaurant direkt am Platz und dazu musste eigentlich nur noch schnell der Flugplan aufgegeben werden für über die Grenze was ganz einfach sein sollte. Leider wurde dies doch noch schnell zur kleinen Herausforderung. Der Server welcher von SkyDemon in den USA dazu benutzt wird, war scheinbar „down„ und es erschien ein TimeOut auf unseren Geräten. Auf der Homepage war eine Bemerkung dazu zu lesen und nun die Frage was tun. Zurückbesinnen auf früher und traditionell übers Login von Skybriefing den Flugplan aufgeben. Noch kurz vor Ort anrufen wie es aussieht wegen Nebel und alles war danach schnell geregelt und so ging es mit dem Taxi zügig los zurück auf den Flugplatz.

Erneut zogen Schwaden von tiefen Wolken und Nebel ĂĽber den Platz. Wir bereiteten uns vor und starteten die Maschine. Nach dem Lineup auf der Piste war unsere Aussicht am Ende der Piste nur grau in grau.

Was nun tun… eine Lücke tat sich vor uns auf und damit Hebel nach vorne. Da der Flugplatz Bayreuth auf einem Hügel liegt, waren wir doch nach dem abheben doch etwas erstaunt, dass die grauen Wolken eine optische Täuschung und in sicherer Entfernung waren. Nun ging es hoch hinauf auf 8500ft in Richtung Innsbruck vorbei an München nach Österreich.


Gemütlich wollten wir durch die TMA von München von Norden nach Süden fliegen. Doch etwas unerwartet erhielten wir nur für den ersten Teil die Freigabe und sollten dann anschliessend absinken auf Grund von zuviel „Trafic“. Wie auch immer… der ATC ist der Boss, also runter und unten durch.

Mit den Alpen im Blickfeld, freuten wir uns wieder darauf, ein paar stattliche Berge vor und neben uns zu haben.

Also rein ins Tal und schon bald war der Einflug nach St. Johann im Tirol erreicht. Nahe am Berghang entlang ging es zur Landung auf der Piste 33.

Auf der Wiese geparkt und bereits im Restaurant, landete eine PC-12 auf der doch recht kurzen Piste. Eine Gruppe Ferienrückkehrer aus Kroatien war eingetroffen und nach sehr kurzem Zwischenstopp, hob die Maschine wieder ab zur nächsten Destination.

Nach dem Mittagessen und der Zollanmeldung vor Ort im C-Büro wie auch zu Hause in Lommis machten wir uns gegen 1400 auf, für das letzte Stück nach Hause. Da am Sonntag der Flugplatz Lommis geschlossen sein wird und eine massive Regenfront angesagt war, beschlossen wir die geplante Alternative mit einer Aussenlandung in Winterthur nicht zu wählen.

Kurz nach dem Start hies es abdrehen in Richtung Heimat und dazu musste die CTR von Innsbruck noch durchflogen werden. Nach dem Aufruf hiess es nur nördlich halten und nichts von wegen Crossing Route im Süden. Also gemütlich die Aussicht geniessen und aufpassen nicht dem anfliegenden IFR Verkehr in die Quere zu kommen.

Ein kurzer Abstecher ĂĽber Ischgl und die Stauseen am Ende des Tals folgten.

Bei Feldkirch meldeten wir uns bei Zürich Info an schauten noch schnell beim Hohen Kasten vorbei, welcher spektakulär in Wolken eingepackt war und nur die Spitze schaute heraus. Schon bald war Lommis LSZT in Sicht und wir meldeten uns ab mit gleichzeitiger Flugplanschliessung.

Nach dem Einflug und der Landung ging es ans ausräumen und reinigen unserer HB-KLA. Der Sportcruiser WYC hatte die bequemere Route gewählt mit ausschlafen in Bayreuth und dann direkt nach Lommis. So trafen wir uns am Nachmittag alle wieder wohlbehalten in Lommis LSZT und schlossen ein weiteres kurzes Fly Away glücklich und zufrieden ab.

Doch schon bald soll es wieder losgehen… wohin genau… dies werden wir entscheiden wenn es dann wieder soweit ist. In diesem Sinne hoffe ich der kurze Reisebericht hat euch gefallen und es bleibt nur noch eins zu wünschen... „always happy landings“


HB-KLA: Dani Schneider, Fabian Stuber, Dominik Lambrigger

HB-WYC: Philipp Hug & Eka


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