Herbstausflug an die Ostseeküste - Besuch der Insel Usedom

Da gab es doch im letzten Jahr noch etwas zu erzählen... genau, wir waren im Oktober nochmals unterwegs auf einem Fly Away welches ich euch nicht vorenthalten möchte. Es war die Zeit wo alle Länder immer mehr und mehr ihre Tore schlossen.

Wir wollten das schöne Flugwetter im Spätherbst nutzen und machten uns auf den Weg ins einzige Nachbarland welches Fliegen und Reisen problemlos noch zuliess. Es passte nochmals alles perfekt zusammen und wir starteten zu einem weiteren gemeinsamen Ausflug. Unterwegs waren wir mit der Robin DR401 HB-KLA sowie dem Sportcruiser HB-WYC.

Die Route sollte uns erneut in den Norden führen und dann je nach Wetterentwicklung im Westen oder Osten von Deutschland wieder zurück in die Schweiz. Alle angrenzenden Länder waren für uns schon nicht mehr erreichbar auf Grund der strengen Einreise- und Quarantäne Auflagen.

So ging es am späteren Nachmittag nach den nötigen Vorbereitungen direkt los mit einem kurzen Flug nach Donaueschingen EDTD für den Zoll.

Nach dem Start haben wir umgehend den Flugplan bei Zürich Info geöffnet und schon ging es nach kurzer Zeit an Schaffhausen vorbei hinaus nach Deutschland auf ein weiteres Abenteuer. Nach knapp einer halben Stunde erfolgte bereits die Ankunft in Donaueschingen EDTD wo eine schnelle Zoll-Abfertigung immer garantiert ist.



Nach kürzester Zeit konnten wir unser letztes Teilstück in Angriff nehmen. Es galt vor Einbruch der Dunkelheit an unserem Ziel in Rothenburg EDFR anzukommen.

Sunset Flight im Spätherbst...

Die Landung von uns erfolgte kurz nacheinander, da die HB-WYC den etwas kürzeren Weg über Mengen EDTM gewählt hatte und so aufholen konnte.

Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern gehört zu den Schönsten von Deutschland und ein längerer Besuch lohnt sich definitiv.

Beim Nachtessen wurde der Plan für den nächsten Tag geschmiedet und der Entscheid fiel nach einigem hin und her auf Heringsdorf EDAH. Die Idee war in einem Zug gleich bis an die Küste hoch zu fliegen, um möglichst viel vom restlichen Tag zu haben.

Am nächsten Morgen ging es nach einem späten Frühstück (selbstverständlich alles Codid-19 konform) im Taxi zum Flugplatz zurück. Der Wetterbericht hatte leichten Regen für die ersten Stunden angekündigt und somit mussten wir uns nicht beeilen. Alles wurde vor Ort ordentlich verstaut und die Betankung erledigt.

Gegen Mittag erfolgte der Start in Rothenburg in Richtung Ostseeküste. Die Wolkendecke hing tief und so manche Wolken mussten zu Beginn umflogen werden.

Da wir in der HB-KLA doch lieber etwas von der Landschaft sehen wollten, blieben wir tief. Die HB-WYC versuchte hingegen ihr Handicap mit der geringeren Reisegeschwindigkeit in der Höhe zu kompensieren.

Quer durch Deutschland ging es in einem fast 3-stündigen Flug direkt von Rothenburg auf die Insel Usedom nach Heringsdorf EDAH. In Erfurt EDDE standen fast 20 Linienmaschinen traurig auf dem Vorfeld abgestellt und warteten auf bessere Zeiten nach Covid-19.

Nach einem ereignislosen Flug über immer flacheres Land sah man von Weitem schon die Ostsee glitzern. Das Tagesziel rückte definitiv näher.

Wir waren mit der HB-KLA bereits im finalen Landeanflug als die HB-WYC eben den Einflug meldete. Nach der Landung mussten die beiden Maschinen im Gras festgebunden werden, da hier oben eine ordentliche Brise über den Platz zog und wir nichts riskieren wollten.

Im Zentrum wurde schnell ein Hotel gefunden, welches uns trotz der Covid-19 Situation aufnahm (alle Berliner mussten am Vortag ausziehen…!). Der Strand war 100 Meter entfernt und so ging es auf Erkundungstour.

Beim gemütlichen Nachtessen machten wir uns bereits wieder Gedanken, was der morgige Tag uns bringen sollte.

Unser nächstes Ziel Aachen lag ganz auf der anderen Seite von Deutschland, welches wir auf Grund von viel erwartetem Regen im Osten ansteuern wollten.

«Morgenstund hat Gold im Mund» heisst das Sprichwort. Bei strahlend blauem Himmel ging es früh am Morgen an den Strand, um den herrlichen Sonnenaufgang zu geniessen.

Hier lässt sich definitiv Urlaub machen...

Das Wetter für heute versprach einiges an Abwechslung. Angefangen von Sonne pur über Regen mit tiefen Wolken kombiniert mit viel Wind sollte uns alles entgegenkommen auf dem Weg nach Westen an die belgische Grenze.

Wetterwechsel am laufenden Band. Von Sonne pur bis zu tiefen Regenwolken war alles dabei.

Unser erster Flug führte uns mehrheitlich auf 1000ft Höhe direkt nach Uelzen EDVU zum Tanken. Ein kleiner sehr freundlicher und unkomplizierter Flugplatz erwartete uns.

Weiter ging es mit nach dem Auftanken und einer Tasse Kaffee im «Fliegerbeizli» in Richtung Marl EDLM zum Mittagessen.

Mal regnete es links dann wieder rechts von uns und so bahnten wir uns den Weg nach Westen mit Hilfe von Wetter Apps, welche uns sehr gut anzeigten, wann etwas im Weg stand, durch bis zum Ziel. Die Landung erfolgte nach beinahe zwei Flugstunden und gerade mal einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 83kt wegen heftigstem Gegenwind etwas verspätet.

Die HB-KLA war schon vor längerer Zeit bereits gelandet, da sie doch deutlich mehr Power unter ihrer Haube hat für solch lange Strecken.

Es herrschte reger Flugbetrieb auf dem Platz und das angrenzende Restaurant war sehr gut besucht. Nach der Stärkung machten wir uns auf den Weg nach Aachen, dem Tagesziel für den heutigen Tag.

Schnell waren wir wieder in der Luft. Die HB-KLA wollte quer über den Flughafen Düsseldorf EDDL und wir in der HB-WYC wählten Sightseeing über das Zentrum der Stadt.

Vorbei an etlichen Kraftwerken und Windrädern erreichten wir den Flugplatz Aachen ohne Probleme.

Die Stimmung am Himmel an diesem späteren Nachmittag war einfach grandios und so machten wir uns nach der Landung auf den Weg in die Altstadt mit dem Dom und seinen Sehenswürdigkeiten.

Abendspaziergang in Aachen

Der letzte Reisetag stand nun bevor und wir machten uns an die Planung. Die Wetterlage hatte sich leider über Nacht drastisch verschlechtert und uns erwarteten auf der ganzen Strecke etliche Regenschauer und tiefe Wolken über dem Schwarzwald.


Wir suchten uns einen geeigneten Platz, der auf halbem Weg zurück in die Schweiz lag, zur weiteren Lage Beurteilung nach der Ankunft. Unsere Wahl fiel auf Mannheim EDFM.


Da am Morgen noch weiterer Regen mit entsprechend Wolken und schlechter Sicht angesagt war, begaben wir uns in die Altstadt von Aachen nochmals auf Besichtigungstour. Wenn man gezwungen ist zu warten, darf etwas Kultur nicht fehlen.

Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Flugplatz. Nach dem Auftanken und Bereitstellen der beiden Maschinen flogen wir individuell beide nach Mannheim EDFM.

Auf der Strecke hingen die Wolken einige Male tief und so mussten wir doch eher Slalom als geradeaus zu unserem Ziel fliegen.

Kurz vor Ankunft die feuchte Überraschung. Wir konnten ohne Probleme sicher landen und warteten danach eine Zeit lang im Cockpit bis der Regen nachgelassen hatte.

Landeanflug Mannheim bei Regen

Nach dem Bezahlen der Gebühren machten wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Pizzeria. Die Wetter Apps wurden alle geprüft und so wie es aussah, gab es nur einen möglichen Weg zurück nach Hause. Unter den Wolken am Rhein entlang nach Basel und dann immer weiter bis nach Schaffhausen und so nach Lommis. Die Route über den Schwarzwald war definitiv zu und es gab keine Möglichkeit über Donaueschingen oder gar Friedrichshafen zu fliegen.

Der Himmel klarte auf und so machten wir uns nach dem Mittagessen und dem gründlichen Wettercheck auf zurück zu den beiden Maschinen, um den Flug zurück nach Lommis in Angriff zu nehmen.

Als Novum hatten wir uns entschlossen, als Verband zusammen zu fliegen. Die HB-WYC mit mehr Leistung und die HB-KLA dafür etwas mehr gedrosselt.

Es funktionierte alles einwandfrei und so flogen wir hochkonzentriert und immer mit sicherem Abstand den vielen Regenzellen ausweichend wie geplant dem Rhein entlang nach Basel.

Die Stimmung war eindrücklich und der Flug verlief ohne Probleme und schon bald erreichten wir die Schweizer Grenze.

Weiter ging es dem Rhein entlang in Richtung Bodensee vorbei an Leibstadt und Koblenz.


Nach 4 Tagen "Flugabenteurer" überglücklich und zufrieden. Es hätte ruhig länger gehen können...

Wieder zu Hause im Thurgau.

Wir hatten es erneut geschafft und ein weiteres Fly Away ging leider schon wieder zu Ende. Ausräumen, Reinigung, Papierkram und was so alles sein muss folgte.

Ein anstrengender und eindrücklicher Flugtag zum baldigen Abschluss der Flugsaison 2020. Wir freuen uns was 2021 für uns bereithalten wird sofern wir ungehindert reisen dürfen.


Es gibt noch so viel schönes in Europa zu entdecken getreu dem Motto "Nach der Reise ist vor der Reise". In diesem Sinne: Fly Away und "always happy landings"


Dani Schneider, Alois Sauter, Tobias Kappeler, Philipp Hug mit Partnerin