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  • Daniel Schneider

Vom Polarkreis bis zum schwarzen Meer 😊 oder knappe 1800 Meilen 🇫🇮 🇪🇪 🇱🇻 🇱🇹 🇵🇱 🇸🇰 🇭🇺 🇷🇴

Aktualisiert: 27. Juni 2019

Frühmorgens gleich wieder aus den Federn raus um möglichst schnell aus der Gegend zu kommen. Es hat aktuell viel Feuchtigkeit und die Chancen auf Quellwolken und/oder eine tiefe Wolkendecke besteht. Dies würde bedeuten nicht mehr weiterzukommen und festzusitzen.

Auf dem Platz in Košice LZKZ angekommen noch ein kleines Frühstück im Terminal und dann zum GA Gebäude rüber. Die Landetaxen von gestern und das Handling mussten noch bezahlt werden. Mit 111.20 Euro sicher am oberen Limit. Unsere Pässe wurden nun ein erstes Mal kontrolliert weil es Richtung Rumänien 🇷🇴 gehen soll.

Nun also los immer weiter Richtung Süden. Wir hatten so bei unserer Zwangspause in Oulu 🇫🇮 eine Idee entwickelt. Die Chance bot sich uns nun heute wenn das Wetter auch mitspielt.

Nach dem „Request zum Start„ mittels dem Handfunkgerät (empfiehlt sich unbedingt im Handgepäck) konnten wir recht schnell auf die Piste und starten.

Wie erwartet hatten sich die Meteo Bedingungen rasch verschlechtert aber nichtsdestotrotz wir waren in der Luft auf dem Weg nach Ungarn 🇭🇺 und Rumänien 🇷🇴.

Ein paar Wolken ☁️ standen uns im Weg über den nahegelegenen Hügeln aber diesen geschickt ausgewichen und schon waren wir in Ungarn angelangt. Die Koordination direkt von Košice an Budapest Information klappte hervorragend.

Wir entschieden uns für einen Überflug ohne Zwischenlandung da wir heute doch noch eine längere Strecke fliegen wollten 😄. Wir vermuten aber, dass wir es auf dem Heimweg einrichten werden können.

In Rumänien 🇷🇴 angekommen wurden wir durch Bucuresti Information übernommen. Es wurde etwas holprig im Funk und meistens brauchte es mehrere Aufrufe.

Schlussendlich klappte alles weitere auf dem Flug und so erreichten wir unser erstes Etappenziel Cluj-Napoca LRCL.


Wir wurden erneut sehr freundlich empfangen und auch betreut. Das Refueling diesesmal ohne einen Tropfen daneben 😅.

Mit dem Bus ins Terminal und bei einem kleinen Snack im Bistro das weitere Routing besprochen. Der Meteo Check zeigte eine doch heftige Entwicklung von mehreren Gewittern auf unserer Strecke. Also wieder zurück zur Flughafen Information um die Bürokratie zu erledigen. Um zurück zum Flieger zu kommen mussten wir durch die Security und wollten es dann ausserordentlich genau machen. Wir wurden dann abgeholt um die erste Rechnung zu bezahlen für die Landung und den Treibstoff. Endlich im Bus ging es bis zum Handlingsgebäude wo uns die nächste Rechnung gestellt wurde. Landung und Tax mit Handling zusammen kostete uns dann gesamthaft rund 100 CHF.

Beim Flugplan absenden gab es dann erneut kleinere Probleme und wir mussten den ersten löschen und einen neuen aufgeben. Ein iPad mit 4G Karte lohnt sich in diesem Fall, da draussen auf dem Platz meist kein WLAN zur Verfügung steht. Einfach und bequem mit dem Tower und dem Handfunk anschliessend alles geklärt und weiter ging es. Die Verzögerung hatte uns etwa eine halbe Stunde gekostet - schauen wir wie es sich weitergeht.

Nach dem Start wurden wir freigegeben auf eine VFR Strecke welche uns direkt in ein massives Gewitter gebracht hätte. Leider waren überall Übungen des Militärs im Gange und wir bekamen nur Absagen auf unsere Routing Wünsche.

Mit viel Nachdruck betreffend des vor uns bietenden Bildes und Verständnis seitens des Controllers fanden wir doch einen recht nahen aber immer noch sicheren Weg an den Gewittern vorbei.

Als er uns fragte ob wir noch beschleunigen können auf Grund rückkehrender Jets mussten wir doch alle etwas schmunzeln. Wir waren doch schon mit knapp 115kt unterwegs und so viel schneller konnten wir ja nicht werden.

Etliche Tipps und Empfehlungen seitens Controller wie auch die eigenen Checks der Meteo Apps mit Regen Radar, entschieden wir uns für ein Heading, welches uns durch ein Tal auf die Bukarester Seite via Râmnicu Vâlcea bringen sollte. Nachdem wir doch immer tief bei 3000ft um die Zellen geturnt waren, ging es hoch auf 6500ft. So konnten wir doch mit gutem Gewissen immer mit Bodensicht und der Möglichleit zur Umkehr einfliegen.

Eine gewisse Erleichterung stellte sich ein als wir aus den Tal kamen. Jedoch vor uns türmte sich schon die nächste Zelle auf. Die Nachfrage ob wir durchs Sperrgebiet fliegen dürfen wurde uns strikte abgelehnt. Also den Weg suchen und unten durch. Es klarte ein wenig auf so konnten wir um diverse kleinen Zellen herumkurven und weiter ging es koordiniert Richtung Schwarzes Meer.

Kurz oberhalb von Bukarest baute sich dann erneut eine breite und sehr tiefe Wand vor uns auf. Wir waren uns rasch einig - in diese Waschküche wollten wir definitiv nicht einfliegen und es auch gar nicht versuchen. Also Heading Süd direkt in die CTR. Wir waren nicht die einzigen wie sich herausstellte welche mit dem Wetter zu kämpfen hatten. Wir wurden entsprechend an den Approach übergeben zur Koordination. Vom Controller geleitet durften wir auf 3500ft gar den Luftraum Alpha queren. Für uns alle eine Premiere 😃.

Einmal quer durch die CTR an der ganzen Gewitterfront entlang.

Schon bald an der Grenze zu Bulgarien 🇧🇬 wurden wir dann erneut an Bucuresti Information zurück übergegeben. Der Service des Controllers im ersten Bereich mit den Militär Übungen wie auch der des Approaches von Bukarest waren hervorragend und wir waren echt froh um diese professionelle Unterstützung.

Vor uns lag nun noch eine ganze Stunde Flugzeit bis zum Ziel Tuzla LRTZ. Der mehrfache Umweg um die Gewitter herum wie auch der längere Weg waren am Ende bald 45 Minuten zusätzlich. Waren wir nun froh, hatten wir volle Tanks welche für gute 5 Stunden reichen.

Die Controllerin auf Bucuresti Info bekam dann noch etwas mehr Mühe als sich dann auch noch die HB-WYC meldete. Jetzt sind auf einmal zwei so kleine Schweizer Flugzeuge hier unten unterwegs und wollen alles mögliche „crossen“ 😄 Unsere Anfragen hatte sie meistens mit „Standby“ kommentiert und die Antwort kam dann meist vom Chef direkt. Aber wir waren unserem Ziel schon Nahe gekommen. Abmelden und dann hiess es alles vorbereiten auf die Landung - mal zur Abwechslung wieder auf Gras - dies nach etwas mehr als 3 Stunden Flugzeit.

Das Meer kam uns immer näher und der Platz sollte eigentlich irgendwo da sein. So grosse und breite Asphalt Pisten sind ein leichtes zu finden. Doch inmitten Wiesen und Feldern erspähten wir den Platz mit zwei Pisten und so schwebten wir ein zur Landung auf der doch fast 900 Meter (etwas holprigen) langen Piste.

Wir waren alle ziemlich geschafft und froh als alles schnell geklärt war. Das Flugzeug festgebunden und der Mechaniker vor Ort organisierte uns gleich ein Taxi welches uns zu einem Hotel direkt am Strand bringen soll. Ein kollegialer Service auf vielen Plätzen und es wird einem auf nachfragen geholfen.

Nach etwas mehr als 5 Flugstunden sind wir nun doch am schwarzen Meer angelangt. Doch wo steckten unsere Kollegen mit der HB-WYC?


Wir wussten nur, dass sie am Morgen noch unbedingt in Košice 🇸🇰 tanken mussten. Sie kamen dadurch auch etwas später weg und mussten sich auf Grund der geringen Verfügbarkeit von MOGAS / AVGAS in Rumänien deutlich besser vorbereiten.


Ihre Route führte sie via Satu Mare LRSM nach Bistrita LRBN und dann am Ende nach Brasov / Prejmer. Wegen Gewitter war an ein weiterkommen nicht mehr zu denken. Die Plätze welche sie aber besuchten waren sehr gut. Überall freundlich empfangen und das Handling einfach und unkompliziert. Satu Mare mit 18 Euro für die Landung und das Handling recht günstig und als Zollflugplatz sehr gut gelegen. Die Landung in Bistria LRBN war kostenlos und die Betankung erfolgte mit den mitgebrachten Kanistern. Am Ende noch die Landung in Brasov / Prejmer oder zu Deutsch Kronstadt. Ein Grasplatz mit PPR welche aber durch Calin Manea mittels SMS mitten aus einer Flugstunde mit Schüler bestätigt wurde. Auch hier wurden keine Landgebühren erhoben.

Am Ende hangariert und so vor weiteren Gewittern bestens geschützt.

Zum heutigen Abend sind alle gesund und munter und vor allem gut angekommen. Dies sicher das wichtigste bei solchen Bedingungen. Die Wetter Entwicklung in der Region war entsprechend unseren Erwarten und hat uns sicher alle gefordert.

Reich an neuen Erfahrungen genossen wir den schönen Abend, auch wenn zum Schluss an zwei ganz unterschiedlichen Orten.


Wohin geht es Morgen weiter?

Update folgt....

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